Selbstaushakmontage mit frei beweglichem Haken

Forellenangler kennen das Problem: Ist der Zielfisch erst mal gehakt, verbringt dieser oft mehr Zeit über als unter Wasser und schüttelt sich munter hin und her. Die Gefahr, hierbei den Fisch zu verlieren, ist riesengroß und von vielen Gleichgesinnten leider auch hart erprobt. Auch mich ereilte das eine oder andere Mal das Pech, dass sich gute Fische im Drill verabschiedeten.

Um dieses Risiko weiter zu vermindern, tüftelte ich ein wenig an meinen Tailwalk Jig Minnows herum und orientierte mich an bekannten Systemen von Durchlaufblinkern oder Line Through Systemen. Ziel dieser Systeme ist es, dass dem Fisch ein Gegengewicht (der Blinker) zum Aushebeln des Hakens genommen wird, sich der Köder nach dem Biss also vom Haken entfernt und der Haken nicht mehr so leicht ausgehakt werden kann. Was aus meiner Idee geworden ist, seht ihr in der folgenden bebilderten Anleitung.

Material für die Selbstaushakmontage

Material für die Selbstaushakmontage

  • Köder zum Umbau
  • Schere
  • Haken
  • Schnur
  • Gummischlauch

Bei der Auswahl der Schnur achtet auf jeden Fall darauf, dass sie sich gut knoten lässt und dick ist! Ich habe mich jetzt auf eine 0,60er Schlagschnur aus dem Karpfenangelbereich eingeschossen. Den hohen Schnurdurchmesser habe ich gewählt, da die Schnur außen am Köder entlang läuft und somit auch mit Steinen, Muscheln etc. in Kontakt kommen kann. Außerdem fangen die Haken beim Meerforellenangeln schnell an zu rosten (besonders, wenn der Wind aus Osten kommt) und bereits geringer Flugrost reicht aus, um dünnere Schnüre schnell durchzuscheuern. So kann ich einfach länger mit einer Montage fischen, weil sie in allen Punkten abriebfester ist und mir mehr Sicherheit beim Fischen gibt.

Selbstaushakmontage - Meerforelle

Bei den Haken kann jeder auf seine Vorlieben zurückgreifen. Ob Drilling oder Einzelhaken – ich habe immer beides dabei. Der Gummischlauch ist in meinem Fall aus dem Stippbereich. Das schöne hierbei ist, dass ein zusätzlicher farblicher Akzent gesetzt werden kann. Der Gummischlauch muss relativ hart, aber dehnbar sein, sodass er gerade so über die Öse geschoben werden kann. Hier muss ein bisschen getüftelt werden. Das war es eigentlich schon an Besonderheiten, sodass wir zur Montage kommen.

Schritt für Schritt Anleitung

Zu Beginn wird der hintere Springring samt Haken vom Köder abmontiert.

Haken und Sprengringe abmontieren

Danach wird die Schnur am vorderen Öhr befestigt. Hierfür macht ihr einen einfachen Clinch-Knoten mit zwei bis drei Windungen und zieht diesen gut fest.

Clinchknoten einfach

Als nächstes zieht ihr euren ausgewählten Schlauch (Länge ca. 5mm) auf die Schnur und macht eine einfache Schlaufe auf Höhe des hinteren Öhrs. Achtet dabei darauf, dass die Schnur gespannt ist und die Schlaufe recht klein und genau auf Höhe des hinteren Öhrs ist.

Schlauch plus Schlaufe

Danach wird der Haken, hier ein Drilling, auf die Schnur gezogen.

Haken dazu

Im nächsten Schritt macht ihr einen sehr engen Rapalaknoten und zieht ihn fest.

Rapalaknoten

Nicht vergessen, den Knoten anzufeuchten. Dadurch kann der Knoten leichter zugezogen werden und die Schnur verformt sich nicht so sehr. Im Idealfall ist jetzt eine kleine Schlaufe entstanden, in der sich der Haken noch frei bewegen kann.

Eng festziehen

Danach kommt der Moment der Wahrheit: Ist der Knoten auf der richtigen Höhe gemacht worden, dann befindet sich die Rapalaschlaufe genau hinter dem Öhr.

Genau auf Länge bis zum Öhr

Danach wird der Schlauch ein bisschen über den Knoten gezogen. Der Haken soll aber immer noch genug Spiel haben. Danach wird der Schlauch auch über das Öhr gezogen. Die Schnur ist dehnbar, sodass dies unter Zug einfacher geht.

Auf Öhr stülpen

Fertig!

  • Selbstaushakmontage – Do it yourself - Fertig 1
  • Selbstaushakmontage – Do it yourself - Fertig 2
  • Selbstaushakmontage – Do it yourself - Fertig 3

Abschließend noch ein Video, dass das Aushaken durch einen ruckenden Fisch visualisiert.

– Guido

Meerforelle auf Selbsthakmontage

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