World Predator Classic 2015 - Abschlussbericht von Stefan & Detlef

Nun war es soweit und die WPC 2015 stand unmittelbar bevor. Um uns nochmals richtig einzustimmen und letzte Abstimmungen vorzunehmen, hatten Stefan und ich beschlossen, den Sonntag und Montag zuvor für ein paar weitere Trainingseinheiten zu nutzen. Schwerpunktmäßig sollten zunächst Chatterbaits und Spinnerbaits zum Einsatz kommen, um den anvisierten, täglich zu fangenden Hecht während der WPC zu überlisten. Zu unserer Freude – aber auch Verwunderung – fingen wir jedoch alles andere wie Zander, Barsch und Rapfen auf die angebotenen Köder, aber keinen Hecht. Insgesamt konnten wir ohne weitere Probleme die ansonsten geforderte Quote von 3 Barschen und 3 Zandern erfüllen, so dass wir hoffnungsvoll unsere Base am Dienstag nach Hellevoetsluis verlegen konnten.

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Wie immer war das DEKA 485 Tournament Boat schnell ausgeslippt, gesichert und unsere Sachen verstaut. Nach einer kurzen Anreise erreichten wir dann Hellevoetsluis, wo wir zunächst die fürs Event vorgesehene Bootsslippe aufsuchten. Bevor wir jedoch unser Boot zu Wasser lassen konnten, wurden wir unglaublich herzlich von Ross Honey – dem Organisator der WPC – und seinem Team in Empfang genommen. In aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee, stellte uns Ross die gesamte Anlage und Technik vor. Ein dickes DANKESCHÖN nochmals dafür. Im Anschluss daran hieß es, Boot zu Wasser lassen und an den speziell für die WPC vorgesehenen Steiger zu legen.

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Noch während der letzten Vorbereitungen am Steiger, lernten wir die ersten Teams aus aller Herren Länder kennen. Das eingerostete Englisch wurde kurzerhand aufpoliert und ein reger Austausch über Boote und Tackle begann. Gegen Mittag konnten wir dann auch unseren Kajak-Spezialisten Sebi begrüßen.

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Nachdem zunächst vor Ort alles geklärt und erledigt war, zogen wir drei es vor, unsere Unterkunft bei Citta Romania zu beziehen, bevor es zur endgültigen Anmeldung gehen sollte. Welch gute Wahl wir in Sachen Unterkunft während der WPC getroffen hatten, durften wir nun feststellen. Ob eigener Parkplatz, Haus oder Ausstattung, genau so hatten wir uns unsere Ausruhoase vorgestellt.

Rasch waren unsere Utensilien eingeräumt und es ging zurück zur finalen Anmeldung ins Droogdok. Organisatorisch lässt sich das Anmeldeverfahren mit Sicherheit noch verbessern. So hieß es zunächst ewig anstellen und warten. Nachdem der Bootsführerschein, Versicherungsschein fürs Boot, Krankenversicherungskarte kontrolliert und eine Vielzahl von Fragen beantwortet wurden, waren wir nun endgültig für die WPC 2015 angemeldet. Der bevorstehende Mittwoch 24.06.2015, an dem für alle Bootsteilnehmer Angelverbot bestand, war zum Glück mit einigen Highlights versehen, sodass keine Langeweile aufkommen konnte. Nachdem noch ausstehende Teams mit ihren Booten eintrafen und das ein oder andere Gespräch mit den Kollegen geführt wurde, ging es für uns zum offiziellen Briefing.

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Dort wurden wir über den genauen Ablauf der Veranstaltung in Kenntnis gesetzt. Natürlich wurden wir in dem Rahmen auch in die zur Verfügung gestellte Technik zum Hochladen der Bilder eingewiesen. Eine Technik, welche die Zuhause Gebliebenen begeistert hat, da sie zu jeder Zeit wussten, wo sich unser Boot mit welcher Geschwindigkeit aufgehalten hatte und welchen Fisch wir wo gefangen hatten. Im Anschluss hieß es Überprüfung des Bootes auf sicherheitstechnische Ausstattung und Ausrüstung durch einen offiziellen Marschall und Erhalt eines Check- Aufklebers, der gut sichtbar angebracht werden musste.

Nun hieß es für alle Teilnehmer, Boote klar machen zur Bootsparade und Fahrt durch den historischen Hafenteil der Stadt. Nationalflaggen sowie Sponsorfahnen wurden stolz vor den zahlreich erschienen Zuschauern geschwungen. Im Anschluss an die Bootsparade ging es zur offiziellen Eröffnung der WPC 2015. Begleitet durch eine Musikkapelle und Tanzgarde zogen wir durch die Innenstadt hin zu den Kanonen der Stadt. Nach einer kurzen Ansprache an die Teilnehmer wurde das Event sodann mit Böllerschüssen für eröffnet erklärt.

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Für uns stand nun noch das Kapitänsdinner an, bevor der ersehnte erste Tag auf dem Wasser beginnen konnte.

Donnerstag, 25.06.2015:

Endlich, wie lange hatten wir uns auf den Tag gefreut und hin gearbeitet. Zunächst hieß es Treffen der Bootsteilnehmer um 7:00 Uhr zwecks Check und Ausgabe der relevanten Gerätschaften – verplombt in einer Box – wie Kamera, externem Powerakku sowie:

– eine für die WPC vorbereitete Navionics Karte fürs Echolot
– Schreibzeug
– Fischfangliste
– Fisch-Kontrollaufklebern
– Übersichtskarte aller gefangenen Fische
– Klappmaßband
– Gewässerkarte

Bevor es jedoch los gehen sollte, stand eine Kontrollaufnahme der geforderten Sicherheitsausstattung an. Dieses Foto wurde dann als erstes an die Organisatoren via bereit gestelltem Handy versendet.

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Gegen 8:00 Uhr hörten wir dann die ersten Motoren aufheulen und die Hälfte der Teilnehmer setzte sich Richtung Den Bommel in Bewegung, um die Startline des 2. Sektors (Rapala-Zone) pünktlich zu erreichen. Stefan hatte per Los für uns den eher unbekannten Sektor 1 (Shimano-Zone) gezogen. Da befand sich die Startline unmittelbar vor der Hafenausfahrt und somit in wenigen Minuten zu erreichen. Aufgeregt und gespannt setzten wir uns gegen 8:30 Uhr in Bewegung, um dann den Start der Teilnehmer des Sektors um 9:00 Uhr mitzuerleben. Als gäbe es keinen Morgen mehr knallten die Boote vom Start aus weg, hin zu ihren anvisierten Fangplätzen. Stefan und ich hatten uns Montag zuvor noch eine interessante Stelle ausgeguckt, die wir ebenfalls unter Vollgas anfuhren. Nun war es soweit! E-Motor runter, den Außenborder abgestellt, ging es los.

Unser Ziel und Taktik war es zunächst, unseren Problemfisch den Hecht zu fangen. Ob groß oder klein, egal, Hauptsache Hecht sollte es sein. Nach einigen vielen, vielen Würfen und unzähligen Köderarten und die Uhr im Auge, mussten wir festhalten, wir können keinen Hecht fangen. Zu unserer Verwunderung stieg aber auch kein anderer Fisch, wie wir es zuvor als Beifang auf Hecht gewohnt waren, ein. Wie schnell die Zeit unter Wettkampfbedingungen läuft, wurde uns erst jetzt bewusst. Immer noch von unserem Fanggebiet überzeugt, änderten wir unsere Fangtaktik und somit auch die Ruten und Köder. Weg von Jerk– und Spinnruten für den Einsatz von Wobblern, Spinnerbaits, Chatterbaits, großen Gummiködern und Wobblern, hin zu leichtem Gerät für den Einsatz von Fish Arrow Gummis.

Echte Erleichterung und Freude trat ein, als Stefan den ersten Tock in seiner Rute verspürte und wir den ersten Fisch, einen 45er Barsch an Bord begrüßen durften. Unter Einhaltung der vorgegebenen Prozedur, wurde der Fisch vermessen und fotografiert. Im Einzelnen hieß dies, der Fisch musste mit dem Kopf am Nullpunkt der Messlatte links mit geschlossenem Maul angelegt sein. Sicherheitsaufkleber für den Fisch gut sichtbar aufgebracht sein und die WPC Tageskarte gut zu erkennen sein. Ein Unterfangen, was sich schnell als schwierig rausstellte, da Catch und Release immer im Vordergrund stand, zumal noch ein weiteres Foto mit dem Fänger in einer vorgeschriebenen Haltung zu fertigen war!

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Sichtlich erleichtert durfte der Fisch ins kühle Nass zurück und wir unseren Fisch auf die dafür vorgesehene Tagesfangliste eintragen. Kaum waren die Bilder versendet, bekamen wir auch schon die ersten Reaktionen übers Handy von unseren „Fans“ Zuhause übermittelt. „Haben euren ersten Fisch auf Facebook gesehen!!! Weiter so“, hieß es. Ein Aufruf, dem wir gerne Nachkommen wollten. Doch zuvor wurden wir von einem Marschallboot aufgesucht und unser Boot wurde, wie alle anderen Boote auch, komplett kontrolliert.

Ohne Beanstandungen ging es nun weiter. Unser Zielfisch sollte weiter Barsch und Zander heißen. Auch wenn wir bei Halbzeit des ersten Tages nur einen Fisch gefangen hatten, waren wir uns sicher das weitere Zielfische folgen würden. Nach einem erneuten Platzwechsel, durfte ich dann den ersten 37er Barsch landen. Es folgten ein 55er Zander und ein weiterer 43er Barsch. Stefan landete zudem noch einen 50er Zander, sodass uns in der verbleibenden Zeit, nur noch ein Zander und unser Sorgenkind der Hecht fehlte.

Drei weiter gefangene Zander in der verbleibenden Zeit verfehlten jedoch leider die 42 cm Marke jeweils um ein oder zwei Zentimeter, sodass wir mit zwei Fischen weniger als maximal pro Wertungstag möglich, pünktlich um 17:00 Uhr die Ziellinie überfuhren. Nicht unzufrieden für den ersten Tag und gefühlten 230 Punkten und Platz 10 im Sektor im Gepäck, ging es in den Hafen zurück. Dort hieß es alles zu verstauen, dass Boot für den nächsten Tag fertig zu machen und die zuvor verplombte Box samt Inhalt den Schiedsrichtern zwecks Auswertung zu übergeben. Während wir uns noch mit den anderen Teams austauschten, wurde uns mitgeteilt, dass der von mir gefangene 37er Barsch aus der Wertung genommen wurde und wir somit auf Platz 16 zurückgefallen seien. Auch nach eingelegtem Protest unserseits bei den Schiedsrichtern, wurde der Fisch nicht gewertet und wir mussten mit der Entscheidung leben.

Freitag: 26.06.2015

Tag zwei sollte genau wie zuvor Tag eins vor Start ablaufen, mit dem Unterschied, dass wir zunächst eine Strecke von ca. 20 Kilometern bis zur Startline der Rapala-Zone vor Den Bommel fahren mussten. Ein natürlich unvergesslicher Spaß, wenn man zusammen mit weiteren 22 Teilnehmerbooten unter Vollgas die Strecke zurücklegen darf.

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Punkt 9:00 Uhr ertönte dann das Startzeichen und erneut begannen alle ihre ausgeguckten Plätze anzusteuern. Stefan und ich entschieden uns das Hollands-Diep und uns bekannte Gewässerabschnitte anzusteuern. Bei herrlichem Sonnenschein und kaum feststellbaren Wind, sollte sich das Fangen für uns zunächst als recht schwierig gestalten. Um es vorweg zu nehmen, auch an diesem Tag verzweifelten wir daran, den heiß ersehnten Hecht zu fangen, obwohl wir zwei tolle Fische als Nachläufer ausmachen konnten. Auch hier hieß es nun, nachdem eine ganze Zeit vergangen war, Feuer frei auf Barsch und Zander. Was zudem anders war als am Vortag, war das ständig Platzwechseln der Boote. Wir hingegen waren von unserem Platz so überzeugt, dass wir ohne wenn und aber unsere Taktik weiter verfolgten. Letztendlich konnten wir einen 36er Barsch und drei Zander mit den Größen 62 cm, 52 cm, und nochmals 52 cm in die Wertung bringen. Zwei weitere tolle Barsche waren Stefan zwischenzeitlich leider unmittelbar vor dem Boot ausgestiegen.

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Umso erfreulicher war die Tatsache, dass wir einen tollen vorläufigen 8. Platz im Sektor belegt hatten. Auch hier sollten wir nach Beendigung des Tages, nochmals bei den Schiedsrichtern vorstellig werden, um über zwei rot markierte Zander zu diskutieren. Schnell konnten Stefan und ich auch durch privat geschossene Bilder der Fische belegen, dass alles in Ordnung war. Riesig freuten wir uns als kleines Team über den nun bestätigten 8. Platz im Sektor.

Samstag, 27.06.2015:

Anders als an den beiden Tagen zuvor, hieß es, nachdem die immer wiederkehrende Prozedur erledigt war, Start für alle Teilnehmer von Hellevoetsluis aus, da es keine zwei Sektoren gab sondern nur einen Plano-Sektor, der sich über das ganze Gebiet erstreckte. Unter unglaublichem Getöse, donnerten die Boote in die jeweils ausgeguckten Reviere. Hatten wir an den Tagen zuvor kaum Wind auf dem Wasser, sollte sich dies für den heutigen Tag gewaltig ändern. Windspitzen bis 55 km/h waren laut Wetterbericht nicht nur angesagt, sondern trafen uns mit voller Wucht. Am ersten Spot angekommen, sollte der Tag zunächst erfreulich beginnen. Stefan konnte schnell den ersten maßigen Zander verhaften und in die Wertung bringen. In der Folge konnten Stefan wie auch ich, einige weitere Zander ans Band bringen, doch leider allesamt zu klein. Was dann ab Mittag folgen sollte, müssen wir mit Sicherheit kritisch nachbetrachten. Trotz größter Bemühungen und Einsatz aller Mittel, gelang es uns nicht, einen weiteren Fisch an Bord zu begrüßen.

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Erst unmittelbar vor Schluss konnte ich noch einen Barsch in die Wertung bringen. Entsetzt, aber auch ein Stück enttäuscht, kehrten wir zusammen mit den anderen Booten in den Hafen zurück. Und tatsächlich, den Tag hatten wir mal so richtig versemmelt: Platz 40 in der offenen Tageswertung! Währenddessen die Organisatoren wie die Maikäfer Punkte addierten und Bilder kontrollierten, verstauten wir unser Material und slippten unser Boot wie geplant aus. Schließlich war für den späten Abend die Krönung des neuen oder alten WPC-Champion in der Bootskategorie sowie der Kajak- und Streetfishing Kategorie angesagt. Leider verzögerte sich die angesetzte Preisverleihung erheblich und trotz gereichtem Essen und Getränke verließen doch viele das Droogdok (Ort der Preisverleihung) frühzeitig.

Nicht unerwartet und mit einer gehörigen Portion Respekt aller verbliebenen Teilnehmer begleitet, wurde dann in der Bootskategorie das Siegerduo „Luc Coppens und Jeremy Staverman“ gekürt. Auch an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung. Stefan und ich mussten uns nach dem enttäuschenden 40. Platz am letzten Tag, mit einem bescheidenen 39. Platz in der Gesamtwertung zufrieden geben.

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Rückblickend betrachtet, war die WPC 2015 für jeden Teilnehmer ein großes Erlebnis und Herausforderung. Jede Art von eingebrachtem Engagement, Mühen und Investitionen sind es wert gewesen. Mein besonderer Dank gilt natürlich meinem Bootspartner und Kapitän des Team 33 während der WPC, Stefan Blum, der mich jederzeit sicher mit seinem DEKA Tournament 485 Bassboat über große Distanzen von Spot zu Spot geführt hatte. Abschließend gilt natürlich ein dickes Dankeschön unserem Sponsor Fabian Kraft und seinem Team von DEKA Boats / Nippon Tackle auszusprechen, ohne den dieses Großereignis nicht zu Stande gekommen wäre.

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